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Panischi Nüssli -  den Geheimnissen auf der 
                                             Spur
                              

 

16.12.1999 - Bericht von Time-Keeper 

 

Ein Geheimnis wird gelüftet

 

Nach der heutigen eher flauen und ereignislosen Bundesratswahl strömten die panischen Nüssli erwartungsfroh ins Übungslokal. Angekündigt war die Wahl des Kostüms 2000. Vorweg: der erwartete Grossaufmarsch der Medien fand nicht statt. Unsere Nachforschungen in einschlägigen Kreisen lieferten folgende Entschuldigungsgründe:

Frank A. Meier (Blick) fand, eine Gruppierung, welche nicht mal spanisch richtig buchstabieren könne, sei einer Erwähnung in seinem Intelligenzblatt nicht würdig. Jean Ziegler (Rote Revue) wäre nur gekommen, wenn die Jugendorganisation JUPANI (jungpanischi Nüssli) ihn als Mitglied aufgenommen hätte. Sorry Hans, JUPANI existiert noch nicht, OPANI wäre hingegen gründungsreif. Harry Hasler (Tacho) fand keinen Parkplatz vor dem Übungslokal. Tele Bärn stellte die Bedingung, dass die Wahl textilfrei, sprich füdliblutt, stattzufinden habe zwecks Recycling des Beitrages in der Sendung Lust und Laune. Angesichts der Raumtemperatur in unserem Lokal mussten wir ablehnen. Somit verblieben noch unsere Hausreporter: Bruno (Swisscom-News) wollte eine Garantie, dass die Schlussabstimmung vor 22.00 Uhr abgeschlossen sei (unrealistisch, Bruno !).

Hannes, Gabriela und Stefan (Fachzeitschrift “Der soziale Kuchen”) wollen noch in den entsprechenden Arbeitsgruppen darüber reden, ob eine Berichterstattung in der Rubrik “Freude schenken in einer globalisierten Umwelt” angebracht sei. Ein Entscheid ist nicht vor Dezember 2001 zu erwarten. Aus Sicht des Berichterstatters ist zu vermelden, dass die abgeschickten E-Mails an die Bundesverwaltung sämtlich von den Antivirenprogrammen gekillt wurden, die auf das Wort panisch allergisch reagierten.

Wir wollen deshalb den spannenden Verlauf unserer Wintersession dem geneigten Leser nicht vorenthalten:

Als erster unfairer Auftakt versuchte die Fraktion Blue Time, mittels Überraschungsmanöver seinen Kandidaten durchzupeitschen: Punkt 20.00 Uhr wollte der Fraktionschef bereits zur Schlussabstimmung schreiten. Dies wurde bravourös durch Pauline verhindert: zuerst werde geübt, und dann abgestimmt. Im anschliessenden Getöse konnte die Kandidatenliste durch die notorischen Zuspätkommer demokratisch erweitert werden. Die Liste wurde um 21.00 Uhr geschlossen. Es standen 11 Kandidaten zur Verfügung. In einer ersten Bereinigung hat der kleinkarierte Kandidat Nr. 5 seine Kandidatur zurückgezogen. Die Erklärung der Fraktionschefin lautete in etwa wie folgt: Der Sponsor Vögeli-Mode habe den zugesagten Beitrag in letzter Minute zurückgezogen, weshalb die Beratungshonorare der Acapickels nicht mehr finanzierbar wären (danke Barbara). Es konnte mit den verbleibenden 10 Kandidaten zum ersten Wahlgang geschritten werden. Bald zeichnete sich ab, dass die Fraktionen Rokoko, Märchenfiguren und Konfirmation schlechte Vorarbeit geleistet hatten oder sich in taktischen Varianten verspekuliert hatten. Die Analyse von Klaus Langfeld war vernichtend: der berüchtigte Gunvor-Effekt hatte voll durchgeschlagen. Zero points. Die SVP Blocherli Fraktion hatte den Vormittag schlecht verdaut: Erneute Niederlage mit bloss einem Punkt. Bedauerliche und unverdiente Niederlage der Blumenfraktion: ebenfalls nur einen Punkt. Unter ihrem Wert geschlagen: Die Engelsfraktion mit 3 Punkten (Analyse Langfeld: teuflische Zeiten, keine Langzeitperspektive). Bemerkenswerte Performance der Meeresweltfraktion: 5 Punkte, reichte aber nicht für die zweite Runde.

Damit komme ich zu den für den zweiten Wahlgang qualifizierten Gewinnern:

Die absolute Überraschung lieferte die aus dem Nichts aufgetauchte Nadelstreifen-Fraktion: sagenhafte 13 Punkte für ihren Kandidaten, dicht gefolgt von Blue Time (11 Punkte) und der Vögelfraktion mit beachtenswerten 8 Punkten.

Die im Rennen verbliebenen Fraktionen mussten ein Time-Out nehmen. In den Kulissen intensive interfraktionale Verhandlungen. Das gespitzte Ohr schnappte folgende Intermezzi auf: der Vorsitzende der Nadelstreifen-Fraktion sonnte sich im unerwarteten Erfolg und versuchte, die frei gewordenen Stimmen der Meerestier-Fraktion für sich zu gewinnen. Anfänglich mit einigem Geschick, versuchte er doch sein komplementäres Programm Zebra dünn den Tierfreunden schmackhaft zu machen. Allzu siegessicher verhedderte er sich jedoch in einer waghalsigen Behauptung, das Zebra sei eigentlich auch ein Meerestier, da nach einem unveröffentlichten Forschungsbericht von Darwin dieses eigentlich vom schwarz-weiss gestreiften Urfisch namens frutti del mare abstamme. Es kann im nachhinein mit Fug behauptet werden, dass er mit dieser Behauptung einiges an Glaubwürdigkeit eingebüsst habe. Die Vögelfraktion wurde jedoch nachhaltig verunsichert, da er bei dieser zugleich behauptete, das Zebra stamme nach einer weiteren Studie wahrscheinlich doch eher vom schwarz-weiss gestreiften Urvogel namens adlerus primerus ab. Die Blue Time-Fraktion hielt sich wohlweislich vornehm zurück, um den eingangs erwähnten schlechten Eindruck vergessen zu machen.

Nun ging es um die Wurst. Fertig mit allen Taktierereien, bei der nunmehr geltenden Regel one woman / one man / one voice wurden keine Geschenke mehr gemacht. Zur Sache:

 

the winner is ... Panischi Nüssli

 

Womit das grosse Geheimnis scheinbar gelüftet ist. Die Spannung bleibt jedoch erhalten, denn es bleibt die Frage: was eigentlich bedeutet Blue Time ? Insider fallen unter die Geheimhaltungspflicht, Auflösung am 9.3.2000 um 20.00 Uhr.

 

Nachlese: Im friedlichen Einvernehmen trafen sich sämtliche Fraktionen zu einem gemütlichen Umtrunk. Die Niedergeschlagenheit des Vorsitzenden der Blumenfraktion war, nachdem er mehrmals die Melodie zu “where have all the flowers gone, wo sind sie geblieben” vor sich hin gesummt hatte, verflogen. Der Häuptling der SVP-Blocherli-Fraktion lief zur altbekannten Topform auf und verteilte gutgelaunt den Damen Rosen, was der Chefin der Kleinkarierten einen leisen Seufzer entlockte: er kann’s einfach nicht lassen. Nachdem der siegreiche Chef von Blue Time eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hatte, wonach er mit Nicolas Hayek weder verwandt, verschwägert noch befreundet sei, löste sich die Versammlung in Minne auf.

Euer Time-Keeper

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